Aktuelles

Fotos: B. Bank

 

Feier des 50. Jahrestages der Schutzgemeinschaft in der Waldschänke

Am Freitag, den 23.Juni, fand in der Waldschenke das Fest zum 50jährigen Jubiläum der Schutzgemeinschaft Heiligenberg statt. Im fast voll besetzten Gartenlokal wurden die Gäste durch die Musikgruppe Moitié:Moitié mit französischen Chansons unterhalten.

Der Vorsitzende Bert Burger begrüßte die Gäste und gab eine kurze Darstellung der Gründungsphase des Vereins sowie ihrer Tätigkeitsbereiche.

Sein Dank galt der aktiven Unterstützung der Arbeit des Vereins durch die Stadt Heidelberg, die durch Oberbürgermeister Prof.Dr. Würzner und Frau Dr. Edel vertreten war.

OB Würzner sprach auch ein Grußwort und dankte darin der Schutzgemeinschaft für ihre Arbeit. Dabei erwähnte er auch das geplante Keltenprojekt auf dem Berg und er hob das Engagement der anwesenden Vertreter des Kurpfälzischen Museums, des Direktors, Herrn Prof. Dr. Hepp, sowie des Leiters der Archäologie, Herrn Dr. Schöneweis, in diesem Zusammenhang hervor.

Im weiteren Verlauf hatten die Gäste die Möglichkeit, neben Essen und Trinken auch auf einer Plakatwand die Dokumentation der Arbeit der Schutzgemeinschaft in Augenschein zu nehmen. (Fotos: B. Bank und M.u.P.Jungmann)

 

Handschuhsheimer Jahrbuch 2023

Das vom Stadtteilverein Handschuhsheim herausgegebene Handschuhsheimer Jahrbuch 2023 hat als Schwerpunktthema das 50jährige Jubiläum der Schutzgemeinschaft Heiligenberg. Entsprechend enthält es unter anderem 5 Artikel zur Geschichte des Berges sowie der Schutzgemeinschaft und zum anstehenden Keltenprojekt. Dazu noch für die Kinder einen Heiligenbergcomic. Man kann es in der Bücherstube an der Tiefburg (Dossenheimer Landstraße. 2) kaufen. 

Eine Premiere in der Michaelsbasilika:

 Himmelfahrtsgottesdienst

auf dem Heiligenberg.

„Dem Himmel nahe“  

Am Himmelfahrtstag 2023 feierte die evangelische Friedensgemeinde Handschuhsheim gemeinsam mit Johannes- und Jakobus-Gemeinde in Neuenheim den Himmelfahrtsgottesdienst in der Ruine der Michaelsbasilika.

Der Gottesdienst wurde musikalisch vom Posaunenchor unterstützt

und von zwei Mitgliedern des Zirkus Prisma eindrücklich mitgestaltet.

Liturgie und Predigt:
Pfarrer Hans-Jürgen Holzmann und Pfarrerin Therese Wagner

Am Ende legte die große Schar der Besucher:innen sowie das gemeinsame Erlebnis des Freiluftgottesdienstes bei herrlichem Frühlingswetter nahe, dass aus der Premiere eine Tradition werden könnte.

 

 

 

In diesem Jahr besteht die Schutzgemeinschaft Heiligenberg seit 50 Jahren. Aus diesem Anlass ist der RNZ vom 28.03.2023 ein ausführlicher Bericht mit 2 Interviews erschienen. Hier können Sie ihn lesen.

Am Mittwoch, 22.03.2023, fand die

50. Jahreshauptversammlung

der Schutzgemeinschaft Heiligenberg  Handschuhsheimer Geschichtswerkstatt e.V.

statt.

          Fotos: B. Bank

Tag des Offenen Denkmals am 11.09.2022

Auch in diesem Jahr fanden am Tag des Offenen Denkmals am 13.09.2022 drei öffentliche Führungen statt, an denen jeweils etwa 25 Menschen teilnahmen.Die Besucher:innen erhielten einen Überblick über die 7000 Jahre alte Geschichte des Berges, insbesondere des Klosters, sowie eine Führung durch die Kirche, die beiden Krypten und die Räume der Klausur. Ingesamt kamen an diesem Tag etwa 150 Besucher:innen ins Michaelskloster. Die Führungen fanden bei weitgehend freundlichem Herbstwetter statt, so auch die traditionelle ökumenische Andacht am Ende um 17 Uhr, die diesmal wieder Pater Bruno aus dem Benediktinerkloster Stift Neuburg inhaltlich gestaltete. Dies ergänzte Frau Anna Leitz vom Verein „Klassik in Handschuhsheim“ mit berührend intensiv gespielten Solostücken für Cello.  Die etwa 70 Anwesenden waren die größte Zahl, die bisher an den Andachten teilgenommen hatte. Aus der Sicht der Schutzgemeinschaft war dieser Sonntag ein erfreulicher Höhepunkt der jährlichen Arbeit.

s.a. RNZ vom 13.10.2022

Fotos: B. Bank und P. Jungmann

Mitgliedschaft bei „KeltenWelten“

Seit kurzem ist die Schutzgemeinschaft auch Mitglied im Verein „KeltenWelten“, der eine Überblick über die keltischen Fundorte in Deutschland zusammen mit wesentlichen Informationen auf einer Homepage sowie in einer Broschüre sehr übersichtlich darbietet. Inzwischen ist die Schutzgemeinschaft auch auf einer Seite der Homepage (neben dem Kurpfälzischen Museum) zum Thema „Heiligenberg“ zu finden, und zwar hier.

 

 

Wissenschaftsministerin Bauer auf dem Heiligenberg (28.08.2020)

Auf der Alten Brücke

Auf der Alten Brücke

Es sollte eigentlich schon vor einem Jahr stattfinden: Der Besuch der Wissenschaftsministerin und Heidelberger Landtagsabgeordneten Theresia Bauer auf dem Heiligenberg. Denn schon im Januar 2019 hatte der Ministerrat die kulturpolitische landesweite Konzeption „Baden-Württemberg und seine Kelten“ beschlossen. Damals musste der Besuch wegen eines Unfalls der Ministerin verschoben werden. So kam es denn, dass am 27. August Frau Bauer mit einer Gruppe von 20 interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern (noch einmal so viele hatten sich angemeldet, konnten aber aus Coronagründen nicht mitgehen) nach dem Besuch des Kurpfälzischen Museums den Marsch auf den Heiligenberg antrat. Hoch ging es über den Schlangenweg, den Philosophenweg, am Bismarckturm vorbei zum Fuchsrondell.

Geschafft! Der Schlangenweg

Geschafft! Der Schlangenweg

Marschrichtung

Marschrichtung

Hier begann Alexander Heinzmann, 2. Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Heiligenberg – Geschichtswerkstatt Handschuhsheim, seine Ausführungen über die keltische Vergangenheit auf dem und um den Heiligenberg. Dabei informierte er die Zuhörer/innen über die verschiedenen Epochen der keltischen Geschichte in Europa und besonders im süddeutschen Raum. In der ersten keltischen Phase der sog. Fürstensitze wird der Fürstensitz auf dem Heiligenberg relativ spät und wohl in einer Verbindung zu dem wichtigen keltischen Zentrum auf dem Glauberg in Hessen errichtet. Davon zeugen die Reste der 2 Ringmauern sowie ein in Neuenheim gefundener Kopf einer Statue eines Keltenfürsten. Nachdem nach 500 vor Chr. die Blütezeit der Fürstensitze bereits vorbei war, kommt es auf dem Heiligenberg zu einer Ansiedlung von zwischen 1000 und 3000 Kelten, die sicher in Verbindung mit landwirtschaftlichen Siedlungen um den Berg herum standen, da ein Lebensmittelanbau auf dem Berg nicht möglich war. Ob man diese Ansiedlung als ein keltisches Oppidum bezeichnen kann, darüber gibt es mangels ausreichender Forschungsergebnisse auf dem Berg keine gesicherten Erkenntnisse. Auch über das Ende der Besiedlung weiß man nichts, ebenso wie an anderen Orten keltischer Niederlassungen kann man spekulieren, ob es die fehlende Schriftkultur der Kelten war, die den wachsenden Gemeinschaften keine Struktur geben konnte, oder eine intensive Übernutzung der umgebenden Natur schließlich die Aufgabe der Siedlungen erzwang.

A. Heinzmann und die Kelten

A. Heinzmann und die Kelten

Weiter ging der Weg zum Heidenloch. Hier führten Alexander Heinzmann und Bert Burger, der 1. Vorsitzende des Vereins, aus, dass nach wie vor die Antwort auf die Frage, wer wann und zu welchem Zweck einen 56m tiefen Schacht in den Bundsandstein getrieben hat, noch nicht mit hinreichender Sicherheit gefunden werden konnte. Nahe liegende Erklärungen, die einen Brunnen oder eine Zisterne vermuten, werden durch die Struktur der Wasseradern auf dem Berg Richtung Nordwesten (wo heute noch 3 Brunnen zu finden sind), in Frage gestellt, auch durch die schlechte Wasserfestigkeit des Bundsandsteins. Die Alternative, das Heidenloch als keltische Kultgrube zu erklären, hat den Vorteil, dass Lage und der notwendige Arbeitsaufwand dann besser erklärbar wären, allerdings gibt es keine archäologischen Belege dafür, da das Heidenloch sekundär ausgebaut und im Spätmittelalter schließlich als Abfallgrube genutzt wurde.

Den Berg hoch

Den Berg hoch

Blick ins Heidenloch

Blick ins Heidenloch

Nun kam ein etwas abenteuerliches Wegstück, da der vor 24 Jahren angelegte Keltenpfad, dem die Gruppe jetzt folgte, teilweise vom Wald wieder zugewachsen war. Immerhin konnte hier recht deutlich ein Stück des Walls, vor den die innere Keltenmauer gebaut wurde, besichtigt werden. Alexander Heinzmann wies auf den enormen Aufwand zum Bau der zwei Mauerringe hin und erläuterte, dass diese neben der Verteidigungsfunktion wohl auch die Aufgabe hatten, nach außen die Macht und den Reichtum der keltischen Siedlungen zu demonstrieren.

Abschließend lässt sich resümieren, dass die bisherige geringe Erforschung der keltischen Besiedlung des Heiligenberges, die eine der größten im Süddeutschland war, in ihrer Bedeutung bisher nicht gerecht wurde und dass hier ein großer Nachholbedarf an archäologischen Forschungsgrabungen zu konstatieren ist.

Frau Ministerin Bauer bedankte sich am Ende für die Führung und die damit auch von ihr neu gewonnenen Erkenntnisse, äußerte Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement zur Bewahrung und Erforschung der historischen Hinterlassenschaften auf dem Berg und zeigte Verständnis für den Wunsch nach einer Intensivierung der historischen Erforschung gerade der keltischen Vergangenheit. Vor allem auch im Rahmen des anfangs genannten Projekts „Baden-Württemberg und seine Kelten“ wäre hier ein neuer Forschungsschwerpunkt sinnvoll.

Ein Teil der Teilnehmer/innen beschloss den Rundgang mit einem gemeinsamen Umtrunk in der Waldschenke.