Aktuelles

Filmaufnahmen des SWR für einen Beitrag der Sendung „Kaffee oder Tee“

Angeregt durch die Homepage der Schutzgemeinschaft zeigte der Südwestfunk Interesse an einem kurzen Film über den Heiligenberg im Rahmen seiner Sendereihe „Kaffee oder Tee“.

Am Montag, den 11. Oktober, war es dann soweit: Bei mäßigem Herbstwetter traf sich ein SWR-Team mit Hans-Hermann Büchsel vor Ort und machte Aufnahmen mit kurzen Erläuterungen zur Geschichte und Bedeutung des Berges. Der Film wurde am Freitag, den 22.10.2021 in der Sendung „Kaffee oder Tee“ zwischen 17 und 18 Uhr gezeigt. Er ist in der Mediathek des SWR abrufbar, und zwar hier.

Aufnahmen im Kloster

Aufnahmen im Kloster

Auf dem Aussichtsturm

Auf dem Aussichtsturm

Bild & Ton

Bild & Ton

Am Heidenloch

Am Heidenloch

Gruppenfoto nach getaner Arbeit

Gruppenfoto nach getaner Arbeit

 

Hallo , die Geschichtswerkstatt meldet sich zurück!

Nach langer Zwangspause wollen wir in der GeWe einen Neustart wagen, auch wenn wir uns .(noch?) nicht am altgewohnten und liebgewonnenen Ort treffen können, auch der Wochentag ist nicht der alte. Corona-bedingt müssen wir auch ein paar Einschränkungen hinnehmen, so gelten beim Treffen die 3g-Regeln und die anderen Bestimmungen.
Und somit laden wir alle, die an der GeWe Interesse und Spaß haben zu folgenden Treffen in 2021 ein:
 Mittwoch (!!), 27. Oktober 2021 um 19:30hmit einem Bericht zu einem Kleinfund au dem Heiligenberg und Aussprache über die weitere Planung
Mittwoch,17. November 2021 um 19:30hRobert Bechtel: Das Geheimnis des Oberlin
 Treffpunkt:  Gemeindehaus von St. Vitus, Steubenstraße/Pfarrgasse
(Eingang von der Steubenstraße)
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!
Ihr Vorbereitungsteam

Georg Genthner, Alexander Heinzmann, Rainer Kaschau

 

Die Jahreshauptversammlung der Schutzgemeinschaft Heiligenberg Geschichtswerkstatt Handschuhsheim e.V. 2020/21 fand am Mittwoch, den 6. Oktober, statt:

        Fotos: Bettina Bank

 

Tag des Offenen Denkmals am 12. September 2021

        Fotos: Bettina Bank                    

 

Wissenschaftsministerin Bauer auf dem Heiligenberg (28.08.2020)

Auf der Alten Brücke

Auf der Alten Brücke

Es sollte eigentlich schon vor einem Jahr stattfinden: Der Besuch der Wissenschaftsministerin und Heidelberger Landtagsabgeordneten Theresia Bauer auf dem Heiligenberg. Denn schon im Januar 2019 hatte der Ministerrat die kulturpolitische landesweite Konzeption „Baden-Württemberg und seine Kelten“ beschlossen. Damals musste der Besuch wegen eines Unfalls der Ministerin verschoben werden. So kam es denn, dass am 27. August Frau Bauer mit einer Gruppe von 20 interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern (noch einmal so viele hatten sich angemeldet, konnten aber aus Coronagründen nicht mitgehen) nach dem Besuch des Kurpfälzischen Museums den Marsch auf den Heiligenberg antrat. Hoch ging es über den Schlangenweg, den Philosophenweg, am Bismarckturm vorbei zum Fuchsrondell.

Geschafft! Der Schlangenweg

Geschafft! Der Schlangenweg

Marschrichtung

Marschrichtung

Hier begann Alexander Heinzmann, 2. Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Heiligenberg – Geschichtswerkstatt Handschuhsheim, seine Ausführungen über die keltische Vergangenheit auf dem und um den Heiligenberg. Dabei informierte er die Zuhörer/innen über die verschiedenen Epochen der keltischen Geschichte in Europa und besonders im süddeutschen Raum. In der ersten keltischen Phase der sog. Fürstensitze wird der Fürstensitz auf dem Heiligenberg relativ spät und wohl in einer Verbindung zu dem wichtigen keltischen Zentrum auf dem Glauberg in Hessen errichtet. Davon zeugen die Reste der 2 Ringmauern sowie ein in Neuenheim gefundener Kopf einer Statue eines Keltenfürsten. Nachdem nach 500 vor Chr. die Blütezeit der Fürstensitze bereits vorbei war, kommt es auf dem Heiligenberg zu einer Ansiedlung von zwischen 1000 und 3000 Kelten, die sicher in Verbindung mit landwirtschaftlichen Siedlungen um den Berg herum standen, da ein Lebensmittelanbau auf dem Berg nicht möglich war. Ob man diese Ansiedlung als ein keltisches Oppidum bezeichnen kann, darüber gibt es mangels ausreichender Forschungsergebnisse auf dem Berg keine gesicherten Erkenntnisse. Auch über das Ende der Besiedlung weiß man nichts, ebenso wie an anderen Orten keltischer Niederlassungen kann man spekulieren, ob es die fehlende Schriftkultur der Kelten war, die den wachsenden Gemeinschaften keine Struktur geben konnte, oder eine intensive Übernutzung der umgebenden Natur schließlich die Aufgabe der Siedlungen erzwang.

A. Heinzmann und die Kelten

A. Heinzmann und die Kelten

Weiter ging der Weg zum Heidenloch. Hier führten Alexander Heinzmann und Bert Burger, der 1. Vorsitzende des Vereins, aus, dass nach wie vor die Antwort auf die Frage, wer wann und zu welchem Zweck einen 56m tiefen Schacht in den Bundsandstein getrieben hat, noch nicht mit hinreichender Sicherheit gefunden werden konnte. Nahe liegende Erklärungen, die einen Brunnen oder eine Zisterne vermuten, werden durch die Struktur der Wasseradern auf dem Berg Richtung Nordwesten (wo heute noch 3 Brunnen zu finden sind), in Frage gestellt, auch durch die schlechte Wasserfestigkeit des Bundsandsteins. Die Alternative, das Heidenloch als keltische Kultgrube zu erklären, hat den Vorteil, dass Lage und der notwendige Arbeitsaufwand dann besser erklärbar wären, allerdings gibt es keine archäologischen Belege dafür, da das Heidenloch sekundär ausgebaut und im Spätmittelalter schließlich als Abfallgrube genutzt wurde.

Den Berg hoch

Den Berg hoch

Blick ins Heidenloch

Blick ins Heidenloch

Nun kam ein etwas abenteuerliches Wegstück, da der vor 24 Jahren angelegte Keltenpfad, dem die Gruppe jetzt folgte, teilweise vom Wald wieder zugewachsen war. Immerhin konnte hier recht deutlich ein Stück des Walls, vor den die innere Keltenmauer gebaut wurde, besichtigt werden. Alexander Heinzmann wies auf den enormen Aufwand zum Bau der zwei Mauerringe hin und erläuterte, dass diese neben der Verteidigungsfunktion wohl auch die Aufgabe hatten, nach außen die Macht und den Reichtum der keltischen Siedlungen zu demonstrieren.

Abschließend lässt sich resümieren, dass die bisherige geringe Erforschung der keltischen Besiedlung des Heiligenberges, die eine der größten im Süddeutschland war, in ihrer Bedeutung bisher nicht gerecht wurde und dass hier ein großer Nachholbedarf an archäologischen Forschungsgrabungen zu konstatieren ist.

Frau Ministerin Bauer bedankte sich am Ende für die Führung und die damit auch von ihr neu gewonnenen Erkenntnisse, äußerte Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement zur Bewahrung und Erforschung der historischen Hinterlassenschaften auf dem Berg und zeigte Verständnis für den Wunsch nach einer Intensivierung der historischen Erforschung gerade der keltischen Vergangenheit. Vor allem auch im Rahmen des anfangs genannten Projekts „Baden-Württemberg und seine Kelten“ wäre hier ein neuer Forschungsschwerpunkt sinnvoll.

Ein Teil der Teilnehmer/innen beschloss den Rundgang mit einem gemeinsamen Umtrunk in der Waldschenke.